Misanthropie

Zahnärzte

Ich sage Ihnen, in der Zeit werden Sie soviel Geld weder beim Glücksspiel noch an Nutten verlieren.

misanthropie

ach,

könnte ich doch nur so schreiben, dass mich das geneigte publikum nach dem lesen nicht in eine geschlossene anstalt wünscht...

*seufz*

Einfach klasse,

wenn die Anzahl der Kollegen zunimmt, weil man die Arbeit besser verteilen kann. Nicht so gut ist allerdings, dass sie alle aus einer Region kommen und offensichtlich schwerhoerig sind.

Jetzt bruellen sie sich wieder auf Urdu an. Oder Hindu. Wer weiss das schon.

Kochen

macht unglücklich. Ein Kochbuch verstärkt das. Da sucht man sich das Rezept raus, wo die wenigsten Zutaten sind, wovon ich die meisten kenne, und dann ist da eine dabei, die mir den letzten Nerv raubt: Creme Double. Wasser, das was ausm Hahn kommt, kenn ich, Fleischbrühe krieg ich noch hin, Pilze kaufen ist auch nicht die Welt, aber DAS Zeug...

Ich gehe also zu Edeka, da wo immer die freundlichen Krüppel arbeiten und wo es alles gibt und was finde ich? Creme Fraiche, Creme Fraiche light, Creme Fraiche deine mudda, aber NICHT Creme Double. Lidl hat das selbstverständlich genauso wenig wie der Biomarkt oder der Türke. Nun findet man bei Wikipedia den Hinweis, das es das bei Rewe gibt. Ich nehme also den Weg zu Rewe auf mich, 2 Busstation. Und was ist? Mal abgesehen davon, dass man mich belehrt, das hieße Creme Doubleeee, mit langem e, und nicht etwa Creme Douuuble, so wie "Bayern schafft das Double", haben sie es natürlich NICHT! In diesem Moment möchten man morden, die verkrüppelten Fotzen* die überall rumlaufen aufschlitzen und ihr Blut für die Suppe nehmen. Und es genießen. Na ja. Wenig später hat man mir immerhin dieses schöne Lied geschickt, was mir bis heute als Ohrwurm geblieben ist:



*Verkrüppelte Fotze ist eine Wortkombination, die ich im empfehlenswerten Stück "Pornographie" gelernt habe.

...

inspiriert worden von dort.
hier gibt es die passende kategorie dafür.

die ehrfurcht vor sich; die liebe zu sich; die unbedingte freiheit gegen sich...
wohlan! das allein sind meine leser, meine rechten leser: was liegt am rest? - der rest ist bloss die menschheit. - man muss der menschheit überlegen sein durch kraft, durch höhe der seele, - durch verachtung...


friedrich nietzsche

Normal und unbekannt

Manche haben seltsame Berufe. Mario Barth ist Prolet. Er darf auf der Bühne stehen, schlechte Witze machen und Klischees auswälzen. Dafür bezahlt man ihn. Kaya Yanar ist Türke. Er steht auf der Bühne und macht das gleiche wie der Prolet. Wladimir Kaminer ist Berufsrusse. Er schreibt langweilige Bücher in Anekdotenform. Sie handeln ausschließlich vom ach-so-merkwürdigen Verhältnis von Deutschen und Russen. Und dann gibt es auch noch die unzähligen Berufsschwulen im Fernsehen. Georg Ücker (der laut Wikipedia "ein deutscher Schauspieler und Autor [ist], der sich bewusst als schwul positioniert"), Ralph Morgenstern oder Dirk Bach sind solche Leute.

Ich gehöre leider keiner Randgruppe an. Vielleicht bin ich deshalb unbekannt.

Gewinne, Gewinne, Gewinne

Finster dreinblickende Hinterhofgestalten, findige Geschäftsmänner, die einem das Geld aus der Tasche ziehen wollen, und Teenager auf verschiedenen Drogen – Es ist wieder Hamburger Dom.

An der Losbude, unser traditioneller Anlaufpunkt, kaufen wir achtzehn Lose für drei Euro. Die Verkäufer scheinen mir geistig zumindest zurückgeblieben. Der Mann am Mikro sieht aus wie der Chef einer Drückerkolonne. „Gewinne, Gewinne, Gewinne! Nur hier und jetzt: achtzehn Lose für drei Euro oder dreißig Lose für fünf Euro. Gewinne, Gewinne, Gewinne. Wenn Sie Berlin und Deutschland ziehen, haben Sie die freie Auswahl (…)“. Wir öffnen die Lose über dem Mülleimer.

Dublin – Amsterdam – leider verloren – leider verloren – Amsterdam – Schottland – leider verloren (…)

Wir haben einige Städte zusammen und brauchen Länder dazu. Wir geben uns der Spielsucht hin und kaufen noch mal achtzehn Lose. Das Spiel wiederholt sich. Wir haben Angst ihn nach dem Gewinn zu fragen. Er ist nur freundlich, solange man noch keine Lose gekauft hat. Wir sollen die Lose erstmal sortieren, damit er vernünftig zählen kann. Für fünf Mal Amsterdam und einige andere Städte erhalten wir ein Stoffherz mit der Aufschrift „I love you“ und einen Lutscher. Wir stopfen das Herz in eine Jackentasche und verschwinden.

In meiner Kindheitserinnerung waren Jahrmärkte lustig, immer ein wenig zu teuer und ein seltenes Erlebnis. Hamburger Dom ist gefühlt jede Woche, kaum zu bezahlen und voll von unzufriedenen und unfreundlichen Versagern. Nach einer zu kleinen Portion Gyros kaufen wir eine Zuckerwatte und laufen durch den Regen heim.

Die Mopedfritzen

Eigentlich wohne ich in einem ruhigen Gebiet - wären da nicht die Bekloppten, die mit ihren nervtötend hochdrehenden Mopedmotoren rauf- und runterbrausen, als hätten sie ein echtes Motorrad unter dem Hintern und nicht so ein 50ccm-Witz.

Mopeds an sich gehen einem ja schon auf die Eier, die mit aufgesägten, extra lauten Auspuffen und den Idioten drauf, die dranhängen wie ein Aff auf einer Palme, sind dann nochmal ein zusätzliches Ärgernis. Ich muss mich jedesmal zusammenreissen, solche Kasper nicht einfach von ihrem Bock zu boxen.

RICHTIG ärgerlich an den Mopedfritzen aber ist, dass vor gut 20 Jahren ich auch so einer war. Auspuff abgesägt, Oberrahmen mit Gewalt hochgebogen, um ein Enduro-Feeling zu kriegen, Fussrasten aus V2A selbst gedreht (ihr Wessis habt ohne PA und ESP was verpasst!), verlängerte Telegabel und ES-Stossdämpfer... Damals konnte mein Moped nicht laut genug sein, nichts liebte ich mehr als damit die Spiesser zu ärgern, die so aussahen als würden sie mich am liebsten vom Bock boxen.

Scheisse, bin ich alt geworden!

misanthropie?

erstmal vorweg: ich würde mich selbst keinesfalls als misanthropen bezeichnen. ich hasse oder verachte menschen nicht. vielmehr sind sie mir einfach nur sehr, sehr egal. ich mein, ich kenne diese leute überhaupt nicht; was interessiert es mich dann, was die denken? was die über wen labern? was die tun? von mir aus kann jeder tun und lassen was er mag. kein problem.

und da ich an vorderster front an einem ballungscenter des europäischen nah-und fernverkehrs arbeite, habe ich innerhalb einer woche direkt mit der geballten dummheit einer menschenmasse, mit der man locker das hallenstadion füllen könnte zu tun. da wo man sich anfangs noch etwas wundert, prallt es schon bald ab. ab und zu mal, wenn wieder einer reinkommt in den laden (und ja, das sind halt die typischen sontagskunden) der also reinkommt, in den hell beleuchteten laden, musik an, beide türen sperangelweit offen, der durch den ganzen laden läuft, an beiden kassen vorbei, bis zuallerhinterst in den laden läuft, wo ich gerade etwas am einfüllen bin und mich dann fragt: "entschuldigung, hast du geöffnet?" da schaffen sie es dann wieder mal, mir für eine sekunde lang interesse zu entlocken.
"öhm... ja. aber darf ich doch fragen, wie man auf die idee kommen könnte, das nicht geöffnet ist?"
"ja. auf dem kassendisplay vorne steht eben geschlossen."
okay, da hau mir kurz geistig mal den kopf gegen die wand und mach weiter.
kurze zeit später aber merk ich, dass es eben doch noch etwas gibt, das mich nervt:
leute, die ernsthaft glauben etwas zu sein, das sie nicht sind.

kommt die kollegin, die mein "goth ist tot"-T-shirt zitat:"etwas böse" findet zu mir:
"jafa, hast du dieses shirt von dem gesehen?"
"nö. wieso?"
"das könnte dir auch gefallen - misanthrop wegen dir!"
"nö."
"was nö?"
"find ich doof."
"hö? wieso? du bist doch auch etwa so drauf. misanthrop wegen dir! verstehst du? also ich find das gut. ich glaub, das mach ich mir auch."
"du? wieso das denn?"
"weil ich's gut finde. egal."
"naja, ich mein ja nur... also, wie soll ich das jetzt sagen? naja... also, du bist kein misanthrop."
"was? was weisst du denn schon?!"
"was ich weiss, ist, dass abgesehen davon, dass ein wahrer misanthrop sich sowas ganz bestimmt niemals auf die brust tackern würde, ich keinen menschen kenne, der so gesellig ist wie du! ich kenne keinen, der so viele freunde und kollegen hat wie du und ganz bestimmt gehen misanthropen nicht in mega-technotempel und ganz, ganz bestimmt nicht an solche scheiss hubbabubbaballermann-partys wie du. DU BIST KEIN MISANTHROP. und jetzt lass mich in ruhe mit diesem scheiss. ja?"

sie hat fast geheult. aber das shirt hat sie sich nie gemacht.

Keinohrhasen

An einigen Drehbuchschulen behauptet man, der Film erzähle dieselben zwei Duzend Geschichten immer wieder neu in anderer Ummantelung. Eine davon ist mit Sicherheit auch die Liebesgeschichte. Man kann Liebesgeschichten als Schnulze zum Weinen, als Klamauk mit Happy-End oder als Drama mit tödlichem Ende darstellen. Das kann man alles gut oder schlecht machen. Die Autoren von Keinohrhasen haben es schlecht gemacht.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Till Schweiger als skrupelloser Boulevardreporter Ludo steht auf Affairen. Kindergärtnerin Nora Tschirner ist ein hässliches Entlein mit Hornbrille und Gammellook, das die große Liebe sucht. Als Ludo vor Gericht eine Bewährungstrafe und Sozialstunden im (welch Überraschung) Kindergarten aufgebrummt bekommt, ist der Verlauf der Story inklusive Ende klar: Die beiden gegenläufigen Charaktere verlieben sich, haben einen kleinen Streit und finden am Ende tränenreich zueinander. So geschah es.

Die Frage ist nun, wie man diese Geschichte, die schon tausende Male erzählt wurde, unterhaltsam und einigermaßen glaubhaft rüberbringt. Nach der ersten halben Stunde war ich trotz aller Vorbehalte noch einigermaßen gut gelaunt: Die Witze waren nett, auch wenn ich nicht nachvollziehen konnte, warum man sich im Kino so weggeworfen hat vor Lachen. Das Problem aber war, dass die Witze auch immer älter und platter wurden. So tritt Tschirner auf eine Holzlatte, deren Ende ihr gegen den Kopf knallt. Das muss ein Gag aus den Anfängen des Films sein, da helfen auch die ganzen süßen Kinder nicht. Am Ende des Films, dessen Dialoge man im weiteren Verlauf mitsprechen kann, wird noch der Witz mit dem Taxifahrer, der um Oralverkehr gebeten wird, vorgespielt. Der ist zwar lustig, Stefan Raab hat ihn aber schon in der ersten TV-Total-Staffel erzählt. So zieht sich das durch den ganzen Film.

Die Figuren sind völlig unglaubwürdig und sprunghaft. Sie ver- und entlieben sich willkürlich und ohne Sinn. Die Kindergärtnerin geht erst in Lumpen zur Arbeit, dann in kurzem Kleid ohne Unterwäsche zum Date, um dann wieder in Lumpen über den roten Teppich einer Abendveranstaltung zu laufen. Schweiger schläft mit einer Frau, rennt der enttäuschten Tschirner hinterher, sagt ihr, was für tolle Freunde beide doch seien und merkt dann, als sie weg ist, wie verliebt er auf einmal ist. Hauptsache man bekommt das gute Ende und kann alle Klischees und Kalauer unterbringen.
Manche behaupten ja, die nehmen sich im Film selbst auf die Schippe. Ich war mir da nie ganz sicher, mir schien es eher, das war alles ernst gemeint.

Um es kurz zu machen: Das einzig lohnenswerte war die nackte Nora Tschirner. Leider hat sie aber zu kleine Brüste, um sechs Euro dafür zu zahlen.

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Nicht Hendi MIT Flaschenöffner,...
Nicht Hendi MIT Flaschenöffner, sondern Hendi...
truetigger - 23. Jul, 12:35
auskommen ist in englisch...
auskommen ist in englisch schon kritisch. Wenn man...
pathologe - 23. Jul, 07:42
Gibt ja auch schon Taschenmesser...
Gibt ja auch schon Taschenmesser mit USB-Stick und...
kaltric (anonym) - 23. Jul, 00:36
*lach* Da wär ein...
*lach* Da wär ein "war geil - aber mit wem verrat...
truetigger - 22. Jul, 19:34
Solang man net neben...
Solang man net neben mir in der Bahn sitzend über...
truetigger - 22. Jul, 19:31

Web Counter-Modul


Suche

 

Status

Online seit 178 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 23. Jul, 12:35

...

D-List Blogger

Alltags-Komik
Doofe Fragen
Gutes
Medien
Misanthropie
Niveauloses
Ponyhof
Schlechtes
Skurriles
Spielkind
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren