An einigen Drehbuchschulen behauptet man, der Film erzähle dieselben zwei Duzend Geschichten immer wieder neu in anderer Ummantelung. Eine davon ist mit Sicherheit auch die Liebesgeschichte. Man kann Liebesgeschichten als Schnulze zum Weinen, als Klamauk mit Happy-End oder als Drama mit tödlichem Ende darstellen. Das kann man alles gut oder schlecht machen. Die Autoren von Keinohrhasen haben es schlecht gemacht.
Die Geschichte ist schnell erzählt. Till Schweiger als skrupelloser Boulevardreporter Ludo steht auf Affairen. Kindergärtnerin Nora Tschirner ist ein hässliches Entlein mit Hornbrille und Gammellook, das die große Liebe sucht. Als Ludo vor Gericht eine Bewährungstrafe und Sozialstunden im (welch Überraschung) Kindergarten aufgebrummt bekommt, ist der Verlauf der Story inklusive Ende klar: Die beiden gegenläufigen Charaktere verlieben sich, haben einen kleinen Streit und finden am Ende tränenreich zueinander. So geschah es.
Die Frage ist nun, wie man diese Geschichte, die schon tausende Male erzählt wurde, unterhaltsam und einigermaßen glaubhaft rüberbringt. Nach der ersten halben Stunde war ich trotz aller Vorbehalte noch einigermaßen gut gelaunt: Die Witze waren nett, auch wenn ich nicht nachvollziehen konnte, warum man sich im Kino so weggeworfen hat vor Lachen. Das Problem aber war, dass die Witze auch immer älter und platter wurden. So tritt Tschirner auf eine Holzlatte, deren Ende ihr gegen den Kopf knallt. Das muss ein Gag aus den Anfängen des Films sein, da helfen auch die ganzen süßen Kinder nicht. Am Ende des Films, dessen Dialoge man im weiteren Verlauf mitsprechen kann, wird noch
der Witz mit dem Taxifahrer, der um Oralverkehr gebeten wird, vorgespielt. Der ist zwar lustig, Stefan Raab hat ihn aber schon in der ersten TV-Total-Staffel erzählt. So zieht sich das durch den ganzen Film.
Die Figuren sind völlig unglaubwürdig und sprunghaft. Sie ver- und entlieben sich willkürlich und ohne Sinn. Die Kindergärtnerin geht erst in Lumpen zur Arbeit, dann in kurzem Kleid ohne Unterwäsche zum Date, um dann wieder in Lumpen über den roten Teppich einer Abendveranstaltung zu laufen. Schweiger schläft mit einer Frau, rennt der enttäuschten Tschirner hinterher, sagt ihr, was für tolle Freunde beide doch seien und merkt dann, als sie weg ist, wie verliebt er auf einmal ist. Hauptsache man bekommt das gute Ende und kann alle Klischees und Kalauer unterbringen.
Manche behaupten ja, die nehmen sich im Film selbst auf die Schippe. Ich war mir da nie ganz sicher, mir schien es eher, das war alles ernst gemeint.
Um es kurz zu machen: Das einzig lohnenswerte war die nackte Nora Tschirner. Leider hat sie aber zu kleine Brüste, um sechs Euro dafür zu zahlen.